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USA Today: Redesign, Relaunch und Responsive

Ekko

USA Today: Redesign, Relaunch und Responsive

02. November 2012 von Ekko 0

USA Today, eine der auflagenstärksten Zeitungen der USA, hat sich zum 30-jährigen Jubiläum einen Relaunch ihres Webauftrittes gegönnt. Federführend bei der Entwicklung des neuen Designs war die Agentur Fantasy Interactive, die uns bereits mit netten HTML-5-Seiten, wie “20 Dinge, die ich über Browser und das Web gelernt habe”, beglückt hat.

Wir haben die Seite mal ein wenig unter die Lupe genommen und wollen Euch eine kurze Zusammenfassung unseres ersten Eindrucks geben.

USA Today nach dem Relaunch: Startseite

Das bisherige Logo der Zeitung, ein Globus mit zweizeiligem Schriftzug wurde komplett überarbeitet. Neuerdings ziert ein blauer Kreis mit modernerer, schlankerer Schrift das Logo. Auf der Webseite wird das Logo nunmehr einzeilig verwendet und passt sich damit gut in das schlanke und moderne Erscheinungsbild der Seite ein. Design und Usabilty erinnern auf den ersten Blick stark an eine typische iPad-App. Die Navigation durch die Inhalte erfolgt durch das für Mobilgeräte typische “swipen”. Da es natürlich in der Regel am heimischen Rechner keine wirkliche Touchnavigation gibt, kann der Nutzer nach Art eines “Carousel-Moduls” durch klicken auf die Navigationspfeile an der linken und rechten Bildschirmseite durch die Hauptkategorien navigieren.

Farbenfrohes Unterfangen

Sowohl in der Print- als auch in der Onlineversion der Zeitung gehört eine farbige Kennzeichnung der einzelnen Newskategorien zum Markenzeichen von USA Today. Dies wurde natürlich auch beim Relaunch berücksichtigt. So werden die typischen Farben wie blau für News, rot für Sport oder grün für Wirtschaft bereits in der Hauptnavigation wieder aufgegriffen. Auch die weitere Gestaltung der einzelnen Artikel wurde in den jeweiligen Farben umgesetzt, so dass der erfahrene USA Today-Leser zu jeder Zeit weiß, welcher Kategorie der aktuelle Artikel zugeordnet ist.

USA Today nach dem Relaunch: Mitscrollende Hauptnavigation

Ein weiteres “app-typisches” Merkmal ist die Option, die Anzeige der Headlines zwischen “List-” und “Grid-View” umzuschalten. Die Grid-View erinnert stark an das Design, das der mobile User aus der App “Flipboard” kennt: bebilderte Kacheln mit kurzzeiligen Unterschriften führen den Nutzer auf die jeweiligen Artikel. Ein Mouseover teasert den Artikeltext kurz an - auch hier weist ein farbiger Hintergrund den Leser darauf hin, zu welcher Themenkategorie der Artikel gehört.

Per Klick auf die Kachel wird der Artikel in einem Overlay geöffnet. Hier hat der Nutzer ebenfalls die Möglichkeit, wie in der Hauptnavigation, durch einen Klick auf die Pfeile am Bildschirmrand durch die verschiedenen Artikel zu sliden. Mit einem weiteren Klick wird der Text geschlossen und der Nutzer findet sich in der zuletzt verlassenen Kategorienübersicht wieder. Der Chief Digital Officer des Verlagshauses Gannett hat dies als “left, right, close” - clicking bezeichnet und in der Tat ist es eine erfrischend sinnvolle Art der Navigation - der Back Button des Browsers hatte während des Tests Ruhepause.

Interaktives 

USA Today nach dem Relaunch: SportergebnisseDas Kommentieren der Artikel erfolgt über das Facebook social plugin und wird, ebenso wie die sharing Option, ebenfalls als Overlay geöffnet. Dies erspart das ein oder andere zusätzliche scrollen und lässt die Artikelseiten aufgeräumter erscheinen.

Die ganze Seite wartet mit vielen weiteren, mehr oder weniger sinnvollen Gimmicks auf. So sind beispielsweise die aktuellen Sportergebnisse kompakt in einer scrollbaren Box untergebracht, per Dropdown können Sportart oder Liga ausgewählt werden. Auch die Wirtschaftssektion bringt einige interaktive Spielereien mit - ebenfalls sauber und übersichtlich per Overlay verpackt. Eine weitere interessante Idee: jede Themenkategorie hat eine eigene Blogsektion, in der sich Reporter und auch Gastautoren unter weniger strengen Restriktionen austoben können.

Ein zusätzliches Novum ist die “Cover-View”-Option in der die Leser großformatige Bilder zu ausgewählten Headlines angezeigt bekommen. Das sieht nett aus und passt zum Design des Printwerks, der wirkliche Nutzen ist aber wohl eher marginal.

Optimal ist die Umsetzung des Responsive-Designs auf mobilen Endgeräten, sprich: die Onlineversion der USA Today „schrumpft" mit den Endgeräten. Dabei fällt auf der Startseite der rechte Teil, Most Popular, weg. Auch der mobile Auftritt der USA Today lässt sich sehen. Der Responsive-Design-Ansatz wurde gut und konsequent umgesetzt. Einziger Wehrmutstropfen: Leider fehlt hier die „Swipe"-Funktion, zumindest auf dem Handy. Selbstverständlich wird auch eine normale Mobile-Site angeboten.

USA Today nach dem Relaunch: Cover View

Werbung ist die halbe Miete

Da eine gute Anzeigenvermarktung natürlich essentiell für den Betrieb einer Nachrichtenseite ist, hat man sich hier scheinbar entsprechende Gedanken über mögliche Neuerungen gemacht. Dabei wurde wohl beschlossen, von den standard Bannergrößen, die für mittlerweile größtenteils überholte Auflösungen konzipiert wurden, Abschied zu nehmen und den Werbekunden Formate anzubieten, die sich fließender in das Gesamtdesign einbetten. Dies sieht so aus, dass am rechten Rand jeder zweiten Hauptseite ein Werbebanner per halbtransparentem Overlay angezeigt wird, welches sich aber per Klick ausblenden lässt.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Layer Ad wirkt die Platzierung - zumindest bei hohen Auflösungen - weniger störend und passt sich gut in das Design ein. Wird das Browserfenster verkleinert, wandert das Banner responsive weiter in die Bildmitte. In den Artikelseiten selber wird ein weiterer Flash-Banner angezeigt, der sich jedoch nicht ausblenden lässt.

Was bleibt

USA Today ist bekannt dafür, Nachrichten in einfache Stories zu betten die leicht zu lesen und zu verstehen sind. Die Zeitung wird oftmals kostenlos in Hotels und an Flughäfen ausgelegt und beansprucht sicherlich nicht die Zielgruppe derer, die sich tiefergehender mit bestimmten Nachrichtenthemen befassen möchten. Ebenso ist die Printausgabe für ihr sehr farbenfrohes Design bekannt. Insofern steht dem Webauftritt das neue Design gut zu Gesicht.

Für die Website altehrwürdiger Zeitungen wie die New York Times oder die Washington Post wäre diese Art der Präsentation wohl eher ungeignet - auch wenn deren angestaubte Auftritte dringend ein Facelift vertragen könnten. Für das Prinzip viele Headlines, kurze Texte wurde hier eine gute Lösung gefunden. Besonders die Einblendung der Artikel per Overlay und die damit verbundene Schonung des Back Buttons hat einen positiven Eindruck hinterlassen. Bleibt natürlich die Frage, ob diese Umsetzung auch für Newsseiten mit längeren Artikeln praktikabel wäre.

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