Wir stellen ein!

Google und die sichere Suche

Ekko

Google und die sichere Suche

21. Oktober 2011 von Ekko 0

Beim Online-Banking und -Shopping wird es schon lange genutzt, Twitter kann es und auch bei Facebook wird immer häufiger darauf zurückgegriffen: das kleine s hinter dem “http” soll das Surfen durch SSL-/TLS-Verschlüsselung für den User sicherer machen. Neuerdings kann Google das auch. Inoffiziell schon länger aber jetzt auch für die breite Masse.

Wie der Suchmaschinenbetreiber im hauseigenen Blog ankündigte, soll die sichere Verbindung für eingeloggte Nutzer mit Google-Account obligatorisch werden. Vorerst soll der Service auf die .com-Domain von Google beschränkt bleiben, an Lokalisierungen wird aber gearbeitet. Wer nicht über ein Google-Konto verfügt oder ausgeloggt ist, kann trotzdem durch manuelles hinzufügen des “s” auf die sichere Verbindung zurückgreifen. Nach eigenen Angaben sieht Google sich in der Verantwortung, die personalisierten Suchergebnisse der Nutzer besser zu schützen. Besonders bei der Nutzung öffentlicher Wlan-Verbindungen, können Suchanfragen und Ergebnisse über eine ungesicherte Verbindung relativ einfach abgefangen werden.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt

Diese Neuerung klingt ja sehr nett und selbstlos, will der freundliche Riese aus Menlo Park doch die Sicherheit der User verbessern. Eine wichtige Neuerung dieser Umstellung besteht darin, dass mit der sicheren Verbindung auch kein Referer mehr an die Server der Webseitenbetreiber übermittelt wird. Bisher können Administratoren die Logdaten ihrer Server mit verschiedenen Web-Analytic-Tools auswerten und anhand der Daten nicht nur sehen, dass ein Nutzer beispielsweise über Google auf ihre Webseite gekommen ist, sondern auch welche Suchworte er verwendet hat. Diese Informationen sind natürlich äußerst nützlich, wenn es um inhaltliche oder technische Optimierungen der Website geht und mit deren Analyse wird viel Geld verdient.
Wenn der User nun über eine gesicherte Verbindung nach einem bestimmten Thema googelt und auf einer Seite landet, weiß dessen Betreiber lediglich, dass der Nutzer von Google kommt. Wonach dieser gesucht hat, ist aus den Logdaten nicht mehr ersichtlich.

So weit, so gut

Das klingt erst einmal erfreulich für den datenschutzbewussten Nutzer. Dabei sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, dass der Suchmaschinen-Riese selbst, die Anfragen weiterhin wie gehabt abspeichert. Auch bei Nutzung einer SSL-Verschlüsselung. Eine Ausnahme gibt es auch, wenn ein Nutzer per Klick auf eine Anzeige auf die Internetpräsenz einer Firma weitergeleitet wird. In diesem Fall werden die Suchbegriffe weiterhin an den Seitenbetreiber übermittelt.

Die vielen Anbieter von Web-Analytise-Tools werden sicherlich arg ins Schwitzen kommen, sobald sich die verschlüsselte Googlesuche bei den Nutzern durchsetzt, denn ihnen wird eine wichtige Datenbasis für das allseits beliebte Keyword-Optimizing entzogen. Natürlich ist auch Google selber, mit “Google-Analytics”, auf diesem lukrativen Markt vertreten. Jedoch bekommen auch die Analytics-Kunden diese Daten nicht mehr geliefert. Dafür lassen sich aber über die Google Webmaster-Tools anonymisierte Daten mit den 1000 häufigsten Keywords des Monats einsehen. Die Webmaster-Tools wurden übrigens gerade letzten Monat im Zuge einiger weiterer Neuerungen in Google-Analytics integriert. Ebenso gibt es seit Neuestem für die größeren Kunden eine Premiumversion von Google Analytics. Ob es für diese Kunden in Zukunft präzisere Datensätze geben wird, bleibt abzuwarten.

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
Mollom CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die in den oben gezeigten Bild zusehen sind. Wenn die Zeichen unlesbar sind, senden Sie das Formular ab und ein neues Bild wird generiert.